Krieg


Krieg

Krieg, der gewaltsame Kampf zwischen Völkern und Staaten (Staaten-K.), auch zwischen feindlichen Parteien in demselben Staate (Bürger-K.); der Führung nach unterscheidet man Offensiv- und Defensiv-K., Land- und See-K., Feld- und Festungs-K.; nach der Ausführung und Bedeutung der Kriegshandlungen Großen K., wo der Kampf der Heere die Entscheidung herbeiführt, und Kleinen K., wo schwache Abteilungen den Feind im einzelnen zu schädigen suchen, ohne eine Entscheidung herbeiführen zu können. Die Kriegserklärung, d.i. die Benachrichtigung des gegnerischen Staates von dem Abbruch der freundschaftlichen Beziehungen zu ihm und vom Beginn des Kriegszustandes, meist nur angedeutet durch die Abberufung des beglaubigten Gesandten, wenn die gestörte Anerkennung des gegenseitigen Rechtszustandes durch Unterhandlungen nicht wiederherzustellen ist, geht aus vom Staatsoberhaupt, das deshalb in Monarchien Kriegsherr genannt wird. In der Kriegführung, die eine auf die Kriegswissenschaft gegründete Fertigkeit und Geschicklichkeit, die vorhandenen Kriegsmittel zur Erreichung des Kriegszwecks erfolgreich zu verwenden (Kriegskunst), voraussetzt, haben sich gewisse Kriegsregeln (Kriegsgebrauch) für bestimmte Fälle (z.B. gegen die feindliche Bevölkerung, gegen Kriegsgefangene, Parlamentäre, bei Waffenstillständen, Kapitulationen etc.) festgesetzt, woraus sich ein durch Staatsverträge und das Völkerrecht (Genfer Konvention vom 22. Aug. 1864 und das Abkommen der Haager Friedenskonferenz vom 29. Juli 1899 über die Ausdehnung der Gesetze und Gebräuche des Landkrieges auf den Seekrieg) gesichertes Kriegsrecht entwickelt hat (vgl. von Liszt, »Völkerrecht«, 2. Aufl. 1902; »Kriegsgeschichtliche Einzelschriften«, hg. vom Großen Generalstab, Heft 31, 1903). Kriegswissenschaft umfaßt die Waffenlehre, Lehre von der Befestigungskunst, Taktik, Strategie, Geländelehre, Geodäsie, Militärgeographie, Planzeichnen, endlich die Geschichte der Kriegskunst und Kriegsgeschichte [Tafeln: Kriegswesen I u. II]; vgl. die Werke von Erzherzog Karl, Jomini, Clausewitz, Valentini, Willisen, Marselli, ferner Bronsart von Schellendorff (Generalstabsdienst), Blume (Strategie), Meckel (Taktik), von Scherff (Kriegführung), Schlichting (Truppenführung), JähnsGeschichte der Kriegswissenschaften«).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • Krieg — der; (e)s, e; 1 ein Krieg (gegen jemanden / mit jemandem); ein Krieg (zwischen <Ländern, Völkern o.Ä.>) eine Auseinandersetzung, ein Konflikt über einen meist längeren Zeitraum, bei denen verschiedene Länder oder Teile eines Landes / Volkes …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Krieg — est un groupe de Black metal originaire des États Unis se situant dans la vague de black metal américain appelé USBM (United States black metal). Krieg a annoncé au label Battlekomando que le groupe changera bientôt de nom pour N.I.L. Ce groupe n …   Wikipédia en Français

  • krieg — krieg·spiel; sitz·krieg; blitz·krieg; …   English syllables

  • Krieg — Krieg: Der Ursprung des nur dt. und niederl. Wortes ist trotz aller Deutungsversuche dunkel. In den älteren Sprachzuständen entsprechen mhd. kriec »Anstrengung, Bemühen, Streben; Streit; Wortstreit; Rechtsstreit; Wettstreit; Widerstand,… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Krieg — Sm std. (10. Jh.), mhd. kriec, ahd. krēg, krieg, mndd. krich, mndl. crijch Stammwort. Der Bedeutungsspielraum geht von Hartnäckigkeit und Anstrengung zu Streit , vgl. afr. halskrīga Halssteifheit . Herkunft unklar; am ehesten zu einer Grundlage… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Krieg — der; [e]s, e; die D✓Krieg führenden oder kriegführenden Parteien {{link}}K 58{{/link}} …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Krieg — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Bsp.: • Die beiden Länder befinden sich im Krieg. • Im Unabhängigkeitskrieg wurden die Briten von den Kolonisten besiegt und aus dem Land vertrieben …   Deutsch Wörterbuch

  • Krieg [1] — Krieg ist der Kampf mit Armeen. Jeder K. entspringt aus den politischen Entwickelungen staatlicher Interessen u. ist als das letzte, das gewaltsamste Mittel zu betrachten, dessen sich die Staaten zur Durchsetzung ihrer politischen Absichten… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Krieg [2] — Krieg, slawisches Dorf bei Kesmark am Berge Magura, im Comitat Zips des ungarischen Verwaltungsgebiets Kaschau, Sauerquelle; 220 Ew …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Krieg [3] — Krieg, Johann Friedrich, geb. 1736 zu Lahr im Breisgau, trat 1746 in französische Kriegsdienste, wurde bei Roßbach zum Hauptmann u. bei Minden zum Major befördert, deckte im Gefecht vor Kloster Kampen den Rückzug der französischen Armee;… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Krieg — Krieg, der Zustand gewaltsamen Kampfes zwischen Staaten, Völkern oder Parteien eines Staates, ein bei zivilisierten Nationen besonders schwerwiegender Ausnahmezustand dadurch, daß die Tötung von Menschen im K. erlaubt und sogar geboten ist. Diese …   Meyers Großes Konversations-Lexikon


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